PERFORMANCE - FUSION POETRY

 

 PERFORMANCE - FUSION POETRY 
 

Die Live Visualisierung von Literatur ist ein Markenzeichen von Art Visuals &Poetry.

Literarisch basiert das Konzept von Art Visuals & Poetry auf Fusion Poetry. Fusion Poetry vereint Poetry Performance, Spoken Word, Pop mit dem akademischen Literaturbetrieb. Es gilt Vorzüge beider ästhetischer Positionen zu vereinen: einerseits die Lebendigkeit, Humor und den Dialog mit dem Publikum, andererseits ästhetische Mechanismen, als Mittel, um Grenzerfahrung möglich zu machen.
Das Zusammentreffen ist beider Elemente ist Teil des Konzepts. Gearbeitet wird mit vor allem mit jungen Künstlern, die transmedial als Musiker, Designer, Photographen oder Programmierer tätig sind.
ART VISUALS &POETRY-Programme sind kuratiert.

Ein weiterer Grund, warum wir uns der Visualisierung von Text, Literatur und Sprache verschrieben haben, liegt in der Suche nach dem frischen unverbrauchten Ausdruck. Poesie und Jazz hat man inzwischen tausend Mal gehört, die Form ist abgenutzt. Vielleicht braucht es hier einem eine Pause.
Wir wollen berühren, angreifen, entdecken und ausloten.  Die Visualisierung von Literatur ist ein Gebiet, das dies möglich macht. Es ist Pionierarbeit mit Zukunft.

In Amerika zeigt sich bereits ein starker literarischer Trend, mit Film zu arbeiten. Zentrum ist der Rattapallax Verlag in New York. In Europa formiert sich die Szene rund um die Literaturwerkstatt Berlin und das international  Poesiefilmfestival ZEBRA. Beide Institutionen beschäftigen sich vorwiegend mit Film, der Verfilmung von literarischen Texten.

Viele  Grundideen von ART VISUALS &POETRY gehen auf den Dadaismus zurückDer Begriff Optophonetik stammt übrigens vom Dadaisten Raul Hausmann, der mit visuellen Mitteln der Typographie die phonetischen Strukturen von Wörtern an die Oberfläche brachte. Die visuellen Arbeiten von Gerhard Rühm und Jörg Piringer  stehen in dieser Tradition.

In der neuen amerikanischen Literaturszene zeigen sich andere Tendenzen und das ist auch die Basis von ART VISUALS &POETRY und 4youreye, die auf spontanes Live Performing spezialisiert sind. In welche Richtung es sich bewegt, kann an der Videoarbeit der Amerikanerin Tonya Hurley "Baptism of Solitude" über Paul Bowles sehr schön gezeigt werden. Tonya Hurley folgt der Grundidee, das akustische Hörerlebnis von Sprache durch den Einsatz von Ton &Bild in einem Gesamtkunstwerk für alle Sinne zu intensivieren und zu vertiefen, als Hör-(spiel)visualisierung. In diesem Fall ist es eine gelungene Form der Orchestrierung des Textes. Die brüchige Stimme von Paul Bowles bekommt im Video durch Bild &Musik eine neue Eindringlichkeit, die einen nicht mehr loslässt und im Kopf lange über das Ereignis hinaus weiter begleitet.
In den Arbeiten der Visualistin Julia Zdarsky finden sich übrigens beide Elemente, typographische Bezüge auf das Sprachmaterial und synästhetische Visualisierung im Sinne des Gesamkunstwerks.

Alle erwähnten Arbeiten sind auf ihre eigene Art und Weise optophonetisch, wenngleich nicht im ursprünglichen, sondern in einem erweiterten Sinn. Typisch Dada ist die Idee, dass das Publikum zum Koproduzierenden werden soll, in dem es das Werk in sich aufnimmt.

Neben künstlerischen Beweggründen sind Literaturfilme als Gesamtkunstwerk ein hervorragende Mittel, um größere Publikumsschichten an die Literatur heranzuführen und junge Leute anzusprechen.
Das Projekt ist auch eine Form von Literaturaktionismus, indem das Aus- und Aufbrechen von Szenen über verfestigte Erwartungshaltungen hinweg gelebt wird. Vor allem im Unterricht eröffnen Poesiefilme neue Möglichkeiten, Literatur zu vermitteln und begreifbar zu machen.


Die Bilderwelten schlagen in Bann und fesseln einen an den Text. Es stellt sich eine Art Kinoeffekt ein, der die Aufmerksamkeit und Konzentration beim Zuhören auf längere Dauer aufrecht erhält, zumindest bei einer jungen Hauptzielgruppe, wo durch schnelle Beats und Rhythmen andere Rezeptionsgewohnheiten vorherrschen. Während das Publikum dem Text zuhört, schicken wir es durch die Visuals zeitgleich auf eine emotionale Reise, die an UnterbewußtesHalbbewußtes, Erlebtes anschließt, und die Sprache so auf eine intensive und unmittelbare Weise erlebbar macht.